31. August 2013

Reise nach Kinshasa und Kasangulu

Den Höhepunkt der Vereinsarbeit im Jahr 2013 stellt ohne Zweifel die zweiwöchige Reise im August nach Kinshasa und Kasangulu dar. Das 5-köpfige Team bestand aus Mitgliedern der Vereine Lebendiges Kongo sowie BonCongo: dem Politologen Dr. Dinanga Cingoma (Vereinsvorsitzender), der Biologin Esther Carlitz, der Lehrerin Bianca Jähn, der Architektin Agnes Carlitz sowie dem Studenten (Internationale Soziale Arbeit) Julian Schröder.

Ziel der Reise war es potentielle Partner vor Ort zu treffen, um mit ihnen unsere Projektpläne in Kasangulu zu besprechen. Außerdem wollten wir den Kontakt mit den Mitgliedern unseres kongolesischen Tochter-Vereins Congo Vivant durch persönliches Kennenlernen verstärken, was eine bessere Zusammenarbeit zwischen uns in Deutschland und unseren Partnern vor Ort ermöglicht. Bisher erfolgte der Kontakt hauptsächlich über unseren Vereinsvorsitzenden, Dr. Dinanga Cingoma. Wir wollten die Gelegenheit nutzen, unsere Patenkinder zu treffen und allgemein das Land und seine Menschen kennenlernen, um deren Bedürfnisse besser verstehen zu können. Ein für die weitere Planung wichtiger Schritt war zudem, das für den Verein erworbene Land persönlich in Augenschein zu nehmen. 

Diesem Programm folgend trafen wir in Kinshasa unter anderem Vertreter von GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), FAO (Food and Agriculture Organization) und KfW (Kreditbank für Wiederaufbau). Bei den Treffen sprachen wir mit den jeweiligen Vertretern über unser geplantes Landwirtschafts-Projekt in Kasangulu, über unser weiteres Vorgehen, wen wir für finanzielle und ideelle Förderung ansprechen könnten etc.



Treffen zwischen den Vereinen Lebendiges Kongo
und Congo Vivant

Begleitet wurden wir bei diesen Treffen von Mitgliedern von Congo Vivant: von unserem Generalverwalter in der DR Kongo, Ben Sangu Laurent, der zugleich Bindeglied zwischen Deutschland und der DR Kongo in unserem Patenschaftsprogramm ist, von unserem Tierarzt Jean-Baptiste Kabongo und von unserem Agrar-Ingenieur Almaida Matanu. Daneben hielten wir auch einige interne Beratungstreffen mit weiteren Mitgliedern ab. Obwohl die Zeit begrenzt war, konnten wir uns auf diese Weise gegenseitig näher kennenlernen und die Qualitäten und Fähigkeiten eines jeden von uns schätzen lernen. Die so entstandenen persönlichen Beziehungen werden bei der weiteren Planung Vieles erleichtern.


Merveil
Emeraude
Ndomba
Ein besonderes Erlebnis unserer Reise war das Treffen mit unseren Patenkindern. An einem der Tage luden wir sie zum gemeinsamen Essen ein. Es war für jeden von uns eine bewegende Begegnung: Keines der Kinder war jemals zuvor in Kontakt mit Weißen gekommen. Hinzu kam, dass sie beim Essen mit den verschiedenen Sorten Fleisch, Fufu, Kwanga und Reis eine für sie unfassbare Fülle an Nahrung vor Augen hatten. All das Ungewohnte und nie zuvor Gekannte schüchterte sie zu Beginn deutlich ein. Umso schöner war es, mitzuerleben, wie sie sich nach ein paar gemeinsamen Spielen allmählich entspannten. Es sind wunderbare Kinder, für die die Patenschaft und die Förderung ein Segen sind. Deshalb möchten wir an dieser Stelle noch einmal unseren besonderen Dank an Sie, liebe Paten richten: Ohne Ihre Unterstützung könnten diese Kinder nicht in die Schule gehen und hätten somit kaum Zukunftschancen! 

Natürlich hatte die Reise auch zum Ziel, allgemein das Land und seine Menschen näher kennenzulernen, um deren Bedürfnisse besser verstehen zu können. So hatten wir Gelegenheit, die Hauptstadt Kinshasa mit ihren Kontrasten von Arm und Reich zu erleben:

Wir sahen den neugeteerten Boulevard, die stolz emporragenden Hochhäuser, den bunten Markt, auf dem vom Kleidungsstück bis hin zum gegrillten Affen oder lebenden Krokodil alles gekauft werden kann. Wir erlebten, wie bei Gottesdiensten fröhlich getanzt wird, sahen die Villen der Reichen und tauchten in das ausgelassene Nachtleben mit seinen spannenden Nachtmärkten ein...

Landwirtschaft inmitten der Stadt







Wir sahen aber auch das andere Gesicht Kinshasas: die Sand- und Lehmstraßen inmitten der Hauptstadt, die Straßenkinder an jeder Ecke, die fliegenden Händler, die mit dem Verkauf von Papiertaschentüchern, Obst und Gemüse bemüht sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Polizisten, die – mit Kalaschnikows ausgerüstet – hier und da versuchen, sich ein wenig Geld dazu zu verdienen, da ihr Monatslohn zum Leben kaum reicht. Wir sahen, wie 20-30 Menschen – auf Holzbänken! – in einem Minibus, dem öffentlichen Transportmittel, Platz finden und anderenorts lange Schlangen von geduldig wartenden Menschen an Haltestellen der großen Linienbusse.

Wie so viele vor uns lernten wir bei alledem sehr schnell: Kinshasa hat viele Gesichter. Dieses Wissen wird uns bei unseren weiteren Planungen leiten.


Einer der wichtigsten Programmpunkte war natürlich der Besuch unseres neu erworbenen Geländes bei Kasangulu, ca. 30 km südwestlich von Kinshasa entfernt. Die Gegend dort ist allgemein leicht hügelig, Wald gibt es kaum. Stattdessen findet man Grasland vor, welches mehrfach im Jahr abgebrannt wird um den Boden zu düngen. Außerdem können so kleinere Tiere besser gejagt werden. Kennzeichnend sind aber auch die vielen, wild wachsenden Ölpalmen – für die Bewohner der Region eine natürliche Quelle für ihr Speiseöl. In dieser Umgebung befindet sich unser Gelände mit einem kleineren und einem größeren Fluss.


Unser Besuch fiel mitten in die Trockenzeit: Während der kleinere Fluss zu einem Rinnsal geworden war, führte der größere auch zu dieser Zeit noch viel Wasser. Von den Bewohnern wurde uns zugesichert, dass letztgenannter Fluss auch in langanhaltenden Trockenzeiten nicht austrockne. Dies wird es uns ermöglichen, unter anderem aus Wasserkraft den für unser Projekt nötigen Strom zu gewinnen.

Vor Ort konnten wir uns auch von dem bisherigen Engagement unseres kongolesischen Partnervereins überzeugen: In ihrem Auftrag hatten Frauen aus der Umgebung 2 ha Land für den Anbau hergerichtet und mit Maniok, einem landestypischen, sehr stärkehaltigen Knollengewächs, bepflanzt: Vorgesehen sowohl zum eigenen Verzehr als auch für den Verkauf. 

Außerdem war inzwischen eine Wellblechhütte erbaut und darüber hinaus zwei Lehmziegelöfen errichtet worden. Die Lehmziegelherstellung ist dabei nicht nur wichtig für den Bau der von uns geplanten Gebäude. In Zukunft soll sie auch eines der Standbeine unseres Projektes darstellen.


Die Reise nach Kinshasa/Kasangulu war ein wichtiger Schritt für die weitere Durchführung unseres Projektes. Viele Dinge können nun besser eingeordnet und geplant werden. Die Kommunikation mit den Mitgliedern des kongolesischen Partnervereins ist nach dem Treffen natürlicher und einfacher geworden. Sicher steht uns ein langer Weg bevor, doch mit kleinen, aber stetigen Schritten wollen wir ihn gehen.


24. August 2013

Humanitärer Transportservice!

Suchen Sie sichere Transportmöglichkeiten in Kinshasa?        
Der Mangel an Transportmöglichkeiten für Menschen und Ware ist ein zentrales Problem in der D.R. Kongo. Mit Hilfe zahlreicher Spenden, vor allem aber Dank des Jugenddankopfers der evangelischen Landeskirche Sachsen, gelang uns nach dem Klein-LKW nun auch die Verschiffung eines Kleinbuses in die D.R. Kongo (s. Bild). Diese zuverlässigen Transportmittel stehen uns und unseren Partnern von Congo Vivant jetzt in Kinshasa/Kasangulu für die Vereinsarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir an, unsere Fahrzeuge für den Transport von Personen und Waren zu mieten. Das erleichtert das Leben der örtlichen Bevölkerung und kann auch Sie bei Ihrer Reise nach Kinshasa unterstützen. Gleichzeitig werden dadurch unsere Projekte vor Ort finanziell unterstützt und Arbeitsplätze geschaffen.

Wir bieten an:

- Fahrtenservice: N'djili Flughafen <--> Kinshasa Stadtzentrum
Preis: 30 US$ pro Person

- Kleinbus mit erfahrenem Fahrer für bis zu 6 Passagiere und Gepäck
Preis: 95 US$ pro Tag (6 - 22 Uhr; zzgl. Spritkosten)

- Klein-LKW mit erfahrenem Fahrer für 4 Passagiere und Waren von bis zu 5t
Preis: 80 US$ pro Tag (6 - 22 Uhr; zzgl. Spritkosten)

Konakt:
Herrn Ben Sangu
Tel. DRK: +243 - (0) 815297109